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EUROPEANA ist das Tor zur Kultur Europas

Justiz und Inneres

Die digitale Bibliothek EUROPEANA soll das Kulturgut der 27 EU-Mitgliedstaaten zentral für alle Menschen digital und kostenfrei zugänglich machen. Dies geht aus dem fraktionsübergreifenden Entschließungsantrag zur zukünftigen Entwicklung von EUROPEANA hervor, den das Parlament am Mittwoch verabschiedete.
"EUROPEANA stellt als multilinguale Suchmaschine ein wesentliches Instrument zur Sicherung des kulturellen und wissenschaftlichen Erbes in Europa dar. Es freut mich, dass das Parlament heute mit großer Mehrheit dem Vorschlag der sozialdemokratischen Fraktion gefolgt ist, allen Menschen einen kostenfreien Zugang zu dieser digitalen Bibliothek zu gewähren", so der SPD-Europaabgeordnete Bernhard Rapkay. Nach dem Willen des Parlaments soll es nur bei urheberrechtlich geschützten Werken möglich sein, für den Ausdruck oder den Download sozialverträgliche Gebühren zu erheben. Damit wird sowohl den Interessen der Kulturschaffenden als auch denen der Nutzer nach einem freien Zugang Rechnung getragen.
Bisweilen kann auf knapp fünf Millionen Werke über die Adresse www.europeana.eu direkt zugegriffen werden. Ende 2011 sollen es bereits zehn Millionen Werke sein. Deutschland möchte seine digitalisierten Kulturgüter mit Hilfe des Projekts 'Deutsche Digitale Bibliothek' bei EUROPEANA einspeisen. "Da sich Deutschland gern als Kulturstaat versteht, würde es mich freuen, wenn die Bundesrepublik bei dem Engagement der Digitalisierung seiner Kulturgüter künftig eine Vorreiterrolle einnimmt. Hierfür bedarf es jedoch verstärkter Anstrengungen", so Bernhard Rapkay weiter. Er hält es für nicht akzeptabel, dass Deutschland nur ein Prozent des zurzeit auf dem Portal abrufbaren Materials beisteuert und beispielsweise Goethes Werke zwar auf französisch und slowenisch abrufbar sind, nicht jedoch in der deutschen Originalsprache. "Dieses Beispiel zeigt, wie sehr der Erfolg von EUROPEANA davon abhängt, dass alle Mitgliedsländer ihre Verantwortung für dieses Projekt gleichermaßen wahrnehmen", mahnt der Sozialdemokrat.
EUROPEANA wird im Übrigen nur dann bei einem breiten Publikum Erfolg haben, wenn auch urheberrechtlich geschützte Werke zugänglich sind. Die Abgeordnete befürchtet, dass ansonsten viele wertvolle kulturelle Werke aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Archiven regelrecht verrotten könnten, weil Rechtefragen nicht geklärt werden können. "Wir müssen schnell Lösungen für ein modernes Urheberrecht finden. Der Zugang zu attraktiven Inhalten über das Internet darf nicht vom Geldbeutel abhängen. Gleichzeitig muss aber auch sichergestellt werden, dass die Schöpfer kreativer Inhalte für ihre Arbeit auch angemessen entlohnt werden. Ich erwarte deshalb von der EU-Kommission, hier schnell praktikable Lösungen anzubieten", forderte Bernhard Rapkay abschließend.

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