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Nachrichten zum Thema Umwelt

Umwelt " Harrisburg, Tschernobyl, Forsmark, Krsko und Fukushima – Endlich europäisch handeln und den Atomausstieg organisieren!

EU-Kommissar Günther Oettinger beruft Atom-Krisentreffen ein


EU-Kommissar Günther Oettinger beruft Atom-Krisentreffen ein

Das am Dienstag von Energie-Kommissar Günter Oettinger angesichts der Atomkata-strophe in Japan einberufene Krisentreffen mit den 27 EU-Energieministern und den nationalen Atomaufsichtsbehörden hat aus Sicht des SPD-Europaabgeordneten Bernhard Rapkay einige gute Vorschläge hervorgebracht, dürfe aber nicht nur eine Beruhigungs¬pille sein. „Stresstests auf Grundlage gemeinsamer Sicherheitsstandards auszuarbeiten, ist sicherlich ein erster richtiger Schritt. Dabei darf und kann es aber nicht bleiben. Wir müssen endlich die rechtlichen und politischen Schritte einleiten, um einen Ausstieg aus dieser nicht beherrschbaren Technologie zu finden, und zwar europaweit!", forderte er und erklärte: „Im Katastrophenfall ist nicht ein einzelner Staat betroffen, sondern die ganze EU. Wenn es ein Problem gibt, das grenzüberschreitend ist, dann sind es ja wohl die Auswirkungen eines nuklearen Unfalls. Einer Atomwolke sind nationale Grenzen recht herzlich egal.“ In der Europäischen Union stehen 143 Atomkraftwerke, damit ist die EU die Region mit der größten Atomkraftwerksdichte der Welt.

Für den Energieexperten ist deswegen klar, dass die Entscheidung über den Betrieb und die Sicherheit von Atomkraftwerken nicht mehr Angelegenheit von Nationalstaaten sein darf. Stattdessen forderte er, alle AKWs einer sofortigen Sicherheitsüberprüfung zu unterziehen und die gefährlichsten unverzüglich und endgültig vom Netz zu nehmen, nicht zuletzt in Deutschland. "Dazu gehört mit Sicherheit das AKW Neckarwestheim in Baden-Württemberg mit Erdbebengefährdungspotential und die alten Meiler Isar 1, Biblis A und Biblis B, Philippsburg 1, Unterweser, Brunsbüttel, und Krümmel, die kaum gegen äußeres Einwirken geschützt sind", stellte Bernhard Rapkay klar.

Richtlinien bezüglich Kernreaktorsicherheit und ein europaweiter Alarm über das Notfallsystem ECURIE (European Community Urgent Radiological Information Exchange), das von der EU für die 27 EU-Staaten zum Informationsaustausch bei radioaktiven Vorfällen eingerichtet wurde, reichen nach Ansicht von Bernhard Rapkay nicht aus. "Europa darf nicht erst handeln, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Insofern muss der EURATOM-Vertrag endlich reformiert und demokratisiert werden." Ebenso forderte er, die Anstrengungen auf den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie zu konzentrieren und Kredite nur noch zur Erhöhung der Sicherheit und des Rückbaus zu gewähren. "Oettingers Energiestrategie 2020 vom 10. November 2010 spricht hinsichtlich der Atomenergie noch eine andere Sprache und muss in ihren Bestandteilen Förderung der erneuerbaren Energien, Stärkung der Netzinfrastruktur und Steigerung der Energieeffizienz gestärkt werden", so Bernhard Rapkay abschließend.

Laden Sie sich die Pressemitteilung hier als pdf herunter.

Veröffentlicht am 22.03.2011

 

Umwelt EuropaThemen-direkt: EU Richtlinien zu Elektro- und Elektronik- Altgeräten

Die Abfallströme aus Elektro- und Elektronik-Altgeräten nahmen in den letzten Jahren rapide zu, bis 2020 wird in der EU ein Anstieg auf 12,3 Millionen Tonnen Elektroschrott pro Jahr erwartet (2005 ca. 9 Mio. Tonnen). Nur ungefähr ein Drittel dieser Menge wird zum jetzigen Zeitpunkt offiziell getrennt gesammelt - ein viel größerer Anteil wird nach
Schätzungen zwar auch gesammelt, aber dann entweder illegal exportiert oder ohne Berücksichtigung von Umwelt- oder Gesundheitsrisiken behandelt.

Um eine höhere Effizienz zu erreichen arbeitet die EU Kommission und das Europäische Parlament an einer Neufassung der bestehenden Richtlinien. Inhalt und Diskussionspunkte finden Sie im neuen EuropaThemen-direkt Elektroschrott & Recycling (pdf Dokument).

Veröffentlicht am 30.08.2010

 

Umwelt "Eine Europäische Erfolgsgeschichte wird weitergeschrieben"

Europäisches Parlament verabschiedet Richtlinie zum Energielabel

Sparsame Elektroartikel sollen für den Verbraucher klar erkennbar bleiben. Das Europäische Parlament hat am Mittwoch eine entsprechende Richtlinie zur Angabe des Energieverbrauchs auf energieverbrauchsrelevanten Produkten verabschiedet. Durch die EU-Richtlinie wird die Energieeffizienz der Produkte wie bisher in einer Skala von G als niedrigste Energieeffizienzklasse bis A als höchste Energie-effizienzklasse angegeben. Neu sind drei zusätzliche Klassen, A+, A++ und A+++.

"Das Europäische Parlament hat sich damit durchgesetzt, dass die Energieeffizienz weiterhin in einer geschlossenen Skala angegeben wird und nicht durch unterschiedliche Zusatzangaben unübersichtlich wird. Nur durch eine geschlossene Skala wird es möglich, das energieeffizienteste Gerät auszuwählen und Energiefresser im eigenen Haushalt zu vermeiden", begrüßte der SPD-Europaabgeordnete und Vorsitzender der SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament Bernhard Rapkay die gefundene Einigung.

Gleichzeitig muss nun bei der Produktwerbung die Energieeffizienzklasse immer dann mit angegeben werden, wenn der Preis genannt ist. Das gilt auch für das Internet und den Fernhandel. "So hat man die Folgekosten im Blick", so Bernhard Rapkay. Um die Zuverlässigkeit der Energieangaben fortlaufend gewährleisten zu können, muss eine Neueinstufung vorgenommen werden, sobald sich ein Drittel eines auf dem Markt befindlichen Produkts in einer der beiden höchsten Energieeffizienzklassen (A++/A+++) befindet, spätestens jedoch im Jahr 2014. "Durch regelmäßige Updates schaffen wir auch eine kontinuierliche Klarheit für Verbraucher", zeigte sich Rapkay zufrieden.

Als großen Fortschritt betrachtet der Europaabgeordnete außerdem, dass die Angabe des Energieverbrauchs zukünftig auch auf weitere Produkte ausgeweitet wird. Bisher kannte man das Label nur auf sogenannter 'weiße Ware'. So konnte sich bei Kühlschränken das Energieverbrauchsniveau seit 1998 um 30 Prozent verbessern. "Das kann uns nun bei allen Produkten gelingen, die viel Energie verbrauchen. Einige Fernseher verbrauchen 215 kWh, andere Fernseher mit gleicher Größe und gleichen Leistungsmerkmalen hingegen 380 kWh. Bei vier Stunden Laufzeit und 20 Stunden Standby pro Tag kann man dabei 50 Euro pro Jahr sparen, wenn man sich vor dem Kauf des Gerätes über den Energieverbrauch informiert." Neben Produkten der Unterhaltungselektronik können zukünftig auch zum Beispiel Fenster, Türen und Rollläden mit einem Label versehen werden.

Berechnungen zufolge kann der Kauf der energieeffizientesten Geräte EU-weit bis zu zehn Prozent an Strom einsparen. "Dies ist ein weiterer Beitrag, um das EU-Ziel einer Energieeffizienzsteigerung um 20 Prozent bis 2020 zu erreichen und klimaschädliche Treibhausgasemissionen zu vermeiden", so Rapkay abschließend.

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Veröffentlicht am 20.05.2010

 

Umwelt "Auch Häuser müssen sparen"

Europäisches Parlament verabschiedet Neufassung der
Richtlinie zur Energieeffizienz von Gebäuden

Europas Gebäude sollen in Zukunft weniger Energie verbrauchen. Das Europäische Parlament hat am Dienstag entsprechende Standards für die Energieeffizienz von Gebäuden in der EU verabschiedet. "Das war höchste Zeit", begrüßte der SPD-Europaabgeordnete Bernhard Rapkay das heutige Abstimmungsergebnis. „Eine verpflichtende Perspektive von Niedrigenergiehäusern in den EU-Mitgliedstaaten war dringend erforderlich“, erklärte der Sozialdemokrat weiter und verwies darauf, dass der aktuelle Gebäudebestand mit 40 Prozent des Endenergieverbrauchs der größte Energiefresser in Europa sei. Gleichzeitig entstammten über ein Drittel der EU-weiten CO2-Emissionen aus dem Gebäudesektor.
Nach der Richtlinie soll ab dem 31. Dezember 2020 der Energiebedarf aller neu gebauten Gebäude bei Null liegen. Dennoch anfallender Energiebedarf soll aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Für öffentliche Gebäude gilt dies bereits ab Ende 2018. Auch bei großen Renovierungen müssen die neuen Anforderungen berücksichtigt werden. Dadurch werden innerhalb der EU Einsparungen im Stromverbrauch von bis zu sechs Prozent und eine Senkung der CO2-Emissionen um fünf Prozent erwartet.
"Bei den Mindeststandards für die Gebäudesanierung hätten wir uns konkretere Vorgaben gewünscht", kritisierte Bernhard Rapkay. "Die neue Richtlinie wird aber ohne Zweifel einen bedeutenden Beitrag zur Erreichung der Klimaziele der EU bis 2020 leisten", so Bernhard Rapkay weiter.
Nach den neuen Regelungen wird außerdem die Vorlage eines Energieausweises europaweit verpflichtend. Auf diesem muss die Energieeffizienz eines Hauses immer mit angegeben werden. Dies gilt auch für Wohnungsanzeigen. "Verbraucher sind dadurch in der Lage, den privaten Stromverbrauch gezielt mit einzukalkulieren und ihre eigenen Strom- und Heizkosten zu verringen. Auch werden europaweit Arbeitsplätze im Baugewerbe geschaffen. Eine Win-Win-Situation für Verbraucher und Wirtschaft", so Bernhard Rapkay.
Gleichzeitig wies der Europaabgeordnete aber auf noch bestehende Herausforderungen: "Wir haben die Vorschriften, jetzt müssen sie finanziert werden. Die EU-Kommission muss deshalb konkrete Finanzierungsvorschlägen machen. Aber auch die EU-Mitgliedstaaten müssen die bereits gegebenen Finanzierungsmechanismen besser nutzen. Bis heute werden nicht alle zur Verfügung stehenden Mittel aus dem Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE) abgerufen. Das muss sich ändern, damit die neuen Bestimmungen schnell umgesetzt werden können", so Bernhard Rapkay abschließend.

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Veröffentlicht am 19.05.2010